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Wie der Schmetterlingseffekt Dein Leben verändern kann

    Schmetterlingseffekt

    Normalerweise tust Du etwas und erfährst die Wirkung direkt danach: Du stößt die Kaffeetasse um und der Inhalt ergießt sich über Deine Hose.

    Was aber, wenn Du die Kaffeetasse umstößt und durch eine Verkettung darauffolgender Umstände ein paar Monate später der Dritte Weltkrieg ausbricht? Dann sprechen wir vom Schmetterlingseffekt; ein kleines, normalerweise unbedeutendes Missgeschick führt zu einem gigantischen Ereignis. Solche Dinge geschehen tatsächlich!

    In diesem Artikel erfährst Du, wie sich der Schmetterlingseffekt auf Dein Leben auswirkt.

    Auf das darfst Du Dich in diesem Artikel freuen

    Was ist der Schmetterlingseffekt?

    Sicher hast Du schon einmal vom Schmetterlingseffekt (Butterfly Effect) gehört. Vielleicht hast Du auch den Film mit Ashton Kutcher und Amy Smart gesehen. Weißt Du aber auch, was es damit auf sich hat?

    Der Begriff Schmetterlingseffekt geht auf Edward N. Lorenz zurück, ein US-amerikanischer Meteorologe, der 1972 einen Vortrag mit dem Titel Vorhersehbarkeit: Löst der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas aus? (Originaltitel: Predictability: Does the Flap of a Butterfly’s Wings in Brazil set off a Tornado in Texas?) hielt.

    Genau genommen war es nicht Lorenz selbst, welcher seinen Vortrag so betitelte, sondern sein Kollege Philip Merilees, der die Tagung organisierte. Und fairerweise muss ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass bereits 1908 – also einige Jahre vor Lorenz – der Mathematiker Henri Poincaré in seinem Werk La science et l’hypothèse formulierte: „Nur zehn Grad mehr oder weniger an einer Stelle … und ein Zyklon bricht hier und nicht dort aus“. Doch die meisten Menschen kennen den Schmetterlingseffekt durch den Vortrag von Lorenz.

    Im Kern geht es in Lorenz’ Vortrag darum, dass viele kleine Faktoren in das Wetter hineinspielen, sodass es mit jedem zusätzlichen Tag schwieriger wird, eine Wettervorhersage zu erstellen. Für morgen können die Meteorologen das Wetter ziemlich genau prognostizieren. Auch für die nächsten sieben Tage erhalten wir inzwischen gute und oft zutreffende Vorhersagen. Doch anschließend wird es bald mal schwierig.

    Eine Vorhersage für einen Monat etwa ist kaum möglich; selbst die leistungsfähigsten Supercomputer sind nicht in der Lage, das Wetter so weit vorauszuberechnen. Der Grund liegt hauptsächlich darin, dass bei einer so großen Zeitspanne selbst kleinste Veränderungen bei Temperatur, Wind, Wolkenbildung und anderen Wetterelementen riesige Auswirkungen haben können.

    Der ukrainische Mathematiker Wladimir Igorewitsch Arnold ging davon aus, dass wir selbst in der Zukunft nicht in der Lage sein werden, genaue Prognosen mehr als zwei Wochen im Voraus zu erstellen. Und der deutsche Mathematiker Uwe an der Heiden schrieb in seinem Buch „Chaos und Ordnung, Zufall und Notwendigkeit“, dass wir rund 100’000-mal so viele Wetterstationen wie heute bräuchten, um zuverlässige Wetterprognosen elf Tage im Voraus zu erstellen. Und mit jedem weiteren Tag steigt die Anzahl der benötigten Wetterstationen exponentiell an. Für zuverlässige Prognosen einen Monat im Voraus bräuchten wir sogar 1020 Wetterstationen; das entspricht einer Wetterstation pro fünf Quadratmillimeter Erdoberfläche oder 200’000 Wetterstationen pro Quadratmeter. Ein Ding der Unmöglichkeit.

    Doch in diesem Artikel soll es nicht um Wettervorhersagen gehen, sondern darum, wie sich der Schmetterlingseffekt auf Dein Leben auswirkt.

    Denn der Schmetterlingseffekt beschreibt die simple These, dass alles, was passiert, zu einem Dominoeffekt mit enormen Auswirkungen führen kann. Wenn wir es so sehen, ist nichts, was jemals passiert, irrelevant, weil alles zu einer Reihe von Ereignissen führen kann, die wiederum zu einer anderen Reihe von Ereignissen führen können und so weiter.

    In den nächsten Kapiteln findest Du einige Beispiele für den Schmetterlingseffekt. Anschließend erfährst Du, wie sich der Schmetterlingseffekt auf Dein Leben auswirkt.

    Ein Beispiel für den Schmetterlingseffekt

    Stell Dir vor, Du hättest heute einen Termin mit dem wichtigsten Kunden Deiner Firma und hast beim Frühstück dummerweise Kaffee über Deine Hose geschüttet. Nun musst Du Dich nochmals umziehen. Statt wie geplant den Bus um 7:15 Uhr zu nehmen, erwischst Du erst den nächsten Bus um 7:25 Uhr.

    „Nicht weiter schlimm“, denkst Du Dir. „Ich habe ja genügend Reservezeit eingerechnet.“

    Doch kurz nach der Abfahrt hat der 7:25 Uhr-Bus ein technisches Problem und bleibt liegen. Und dies auf der mittleren Spur einer dreispurigen Straße. Hier können die Fahrgäste nicht einfach aussteigen und auf den nächsten Bus warten. Deshalb rufst Du den Kunden an und verschiebst den Termin, jedoch ohne ihm zu sagen, was der Grund ist.

    Diese kurzfristige grundlose Absage verärgert Deinen wichtigsten Kunden derart, dass er zur Konkurrenz wechselt und 30 Prozent eures Umsatzes von heute auf morgen wegfallen. Dein Unternehmen muss jetzt Leute entlassen. Du gehörst auch dazu.

    So kann ein verschütteter Kaffee zu einer Entlassung führen.

    Du denkst, dieses Beispiel sei weit hergeholt? Glaube mir: Du würdest staunen, wenn Du wüsstest, wie viele weltbewegende Ereignisse (im positiven wie negativen Sinn) sich letztlich auf kleine Ursachen zurückführen lassen. Einige Beispiele findest Du weiter unten in diesem Artikel.

    Beispiel Paris

    Hier ein wahres Beispiel des Schmetterlingseffektes, wie ich ihn im Frühling 2022 in Paris erlebte.

    Ich verbrachte zusammen mit meiner Frau ein paar Tage im Disneyland bei Paris. Nachdem wir mit dem Wetter durchgehend Glück hatten und auch das Hotel alle unsere Vorstellungen übertroffen hatte, machten wir uns abends um 22 Uhr glücklich auf die Weiterreise, da wir noch ein paar Tage in der Stadt Paris anhängten.

    Wir standen nun also spät am Abend vor dem Disney-Hotel Newport Bay Club und warteten auf den Shuttlebus, welcher uns zum Bahnhof bringen sollte. Der Bus fährt gemäß Fahrplan alle 12 Minuten und die Fahrt selbst dauert nur rund fünf Minuten. Anschließend fährt alle 12 bis 15 Minuten eine Metro direkt in die Stadt. Lange Wartezeiten waren entsprechend nicht zu befürchten und ich rechnete damit, dass wir in spätestens einer Stunde im Hotel sein würden.

    Doch der Shuttlebus kam lange nicht. Wir erhielten keine Informationen über den Grund. Erst nach fast einer halben Stunde fuhr er vor und wir konnten einsteigen. Das wäre an und für sich kein Problem gewesen; auf ein paar Minuten mehr oder weniger kam es uns nicht an.

    Doch dann fuhr der Bus nicht bis direkt vor den Eingang des Bahnhofs, sondern hielt rund 900 Meter entfernt auf einem Parkplatz des Disneylands an. Der Busfahrer teilte uns mit, er habe soeben erfahren, dass es beim Bahnhof einen Polizeieinsatz gebe und er nicht bis direkt vor den Bahnhof fahren dürfe. Deshalb bat er uns, den Rest zu Fuß zu gehen. Dadurch verloren wir nochmals rund eine Viertelstunde.

    Endlich beim Bahnhof angekommen, war dieser abgesperrt. Die Polizei ließ niemanden zu den Gleisen. Glücklicherweise war der Einsatz kurz darauf vorbei und wir konnten in den Bahnhof.

    Doch wegen des Polizeieinsatzes stoppten die Betreiber die Metro-Züge nach Paris außerhalb des Bahnhofs, sodass diese nicht bis zu unserem Bahnhof fuhren. Wir mussten nochmals rund 25 Minuten warten, bis wieder ein Zug ab unserem Bahnhof verkehren durfte.

    Für eine Reise, die normalerweise höchstens eine Stunde dauert, benötigten wir hier fast zwei Stunden. Wäre der Shuttlebus pünktlich beim Hotel abgefahren oder hätten wir uns eine halbe Stunde früher auf den Weg gemacht, wären wir dem Polizeieinsatz vermutlich noch zuvorgekommen und die Reise wäre problemlos verlaufen.

    Beispiel Vermögensverwaltung

    Ein weiteres Beispiel für den Schmetterlingseffekt findet sich in meiner Berufsausbildung.

    Zwischen 2001 und 2004 absolvierte ich in der Schweiz die Ausbildung zum diplomierten Kaufmann. In einer Schulstunde kam unsere Wirtschaftslehrerin auf das staatliche Altersvorsorgesystem zu sprechen. Sie warnte uns davor, dass wir zwar noch lange Zeit in das staatliche Altersvorsorgesystem (AHV) einzahlen würden, wir aber von diesem Geld nie mehr etwas sähen, da das AHV-System bis zu unserem Ruhestand aufgrund der Demografie zusammengebrochen sei.

    Unsere Wirtschaftslehrerin gab uns mit auf den Weg, dass wir selbst dafür sorgen müssten, im Alter nicht an Armut zu leiden.

    So ging ich an diesem Tag nach Hause und überlegte mir, was zu tun ist. Ich realisierte dann, dass ich in Aktien investieren sollte.

    Doch welche Aktien sollte ich wählen? Ich blieb bei dem, was ich kannte:

    • Zu Hause hatten wir schon seit vielen Jahren einen iMac. Das war noch lange bevor Apple mit iPod, iPhone, iPad und vielen anderen Produkten die Welt eroberte. Apple-Fans galten damals noch als Nerds. Weil mir der iMac so gut gefiel, kaufte ich damals Apple-Aktien.
    • Von klein auf las ich, was das Zeug hielt. Da musste oft Nachschub her. Und weil es online bei Amazon die größere Auswahl gab als im Buchladen in meinem Dorf, war ich schon damals ein großer Amazon-Fan. Das war lange bevor Amazon auch andere Produkte verkaufte oder eine riesige Cloud-Infrastruktur für andere Unternehmen bereitstellte. Weil ich mit Amazon zufrieden war, kaufte ich damals Amazon-Aktien.

    Aktien von Apple und Amazon habe ich – nebst rund 20 anderen Unternehmen – heute noch und sie haben in den zwanzig Jahren, die ich sie besitze, „ganz passabel“ performt.

    Auch hier zeigt sich der Schmetterlingseffekt: Hätte es diese eine Schulstunde damals nicht gegeben, sähe mein Leben heute komplett anders aus.

    Beispiel Adolf Hitler

    Die folgende Geschichte trug sich laut mehreren Quellen tatsächlich so oder ähnlich ab.

    Es ist der 8. Januar 1894. Der kleine Adolf Hitler ist gerade mal vier Jahre alt, als er beim Spielen ausrutscht und in das wilde Wasser des Inns fällt. Doch sein Spielkamerad, der fünfjährige Johann Nepomuk Kühberger reagiert geistesgegenwärtig und zieht in aus dem reißenden Fluss, sodass die Strömung ihn nicht mitreißen kann.

    „Ich war 12 Jahre in der Innstadt wohnhaft, und in der Familie von meiner Frau, die schon seit 1900 in der Innstadt beheimatet sind, ist immer erzählt worden, dass der Kühberger den Hitler als Kind aus dem Inn rausgezogen hat. Muss also dann wohl in der Innstadt passiert sein. Ist ja irgendwo auch klar, weil die Verwandtschaft vom Hitler hat ja in dem Klara-Hitler-Haus in der Innstadt gewohnt. Das ist ja im Uferbereich, nicht weit weg, vielleicht knappe 50 Meter vom Ufer weg …“

    Wolfgang Fronhöfer, Zeitzeuge

    Was wäre wohl gewesen, wenn es Adolf Hitler damals fortgetrieben hätte? Hätte es einen Zweiten Weltkrieg gegeben? Wie hätte sich die Geschichte unserer Welt dann entwickelt?

    Beispiel Vietnam-Krieg

    Der Küchengehilfe Nguyễn Tất Thành macht sich im Juni 1919 zuversichtlich auf den Weg zur Versailler Friedenskonferenz. Sein Ziel: Vietnam vom Einfluss der französischen Kolonialmacht zu befreien. Davon will er an der Versailler Friedenskonferenz unter anderem den amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson überzeugen, welcher bei vielen unterdrückten Ländern als Hoffnungsträger gilt, da er den Ersten Weltkrieg auf „Missachtung der Rechte von kleinen Nationen“ zurückführt.

    Nguyễn plädiert für ein freies und unabhängiges Vietnam. Doch Wilson lehnt ein Treffen ab. Ganz im Gegensatz zu Stalin, welcher sich mit Nguyễn trifft. Einige Zeit später ändert Nguyễn seinen Namen, nennt sich nun Hồ Chí Minh und ruft 1945 die Demokratische Republik Vietnam aus; mit ihm als Präsidenten.

    Die Verkettung der Ereignisse führt einige Jahre später zum Stellvertreterkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion mit viel Leid auf beiden Seiten. Der Krieg wütet 20 Jahre und kostet zehntausenden Menschen das Leben.

    Und alles begann mit einem verweigerten Treffen.

    Beispiel Penicillin

    Der britische Mediziner Alexander Fleming steht im Sommer 1928 kurz vor seinem Urlaub, als er sein Labor in der St. Marys Hospital Medical School aufräumt. In Gedanken versunken stellt er eine Petrischale mit Staphylokokkenkulturen auf die Seite, um sie später zu säubern. Doch er vergisst die Schale und geht in den Urlaub.

    Als er wieder in sein Labor kommt, hat sich auf der Schale ein Penicillin-Schimmelpilz gebildet. Was Fleming erstaunt: Überall dort, wo sich der Schimmelpilz befindet, sind die Staphylokokkenbakterien abgestorben. Es scheint so, als zerstöre dieser Schimmelpilz Bakterien.

    Einige Zeit später testen Wissenschaftler das Stoffwechselprodukt des Penicillin-Schimmelpilzes an Menschen und stellen fest, dass (krank machende) Bakterien auch hier zerstört werden. So wurde das erste Antibiotikum erfunden.

    Sofort geht dieses „Wundermittel“ in Serienproduktion. Großbritannien und die Alliierten setzen es im Zweiten Weltkrieg bei ihren Soldaten ein, was dazu führt, dass nur noch jeder 25. Soldat stirbt, während es bei den Deutschen – die das Antibiotikum nicht kennen – jeder 6. Soldat ist.

    Zudem kehren viele alliierte Soldaten wenige Wochen nach einer Verwundung wieder an die Front zurück, während die verwundeten deutschen Soldaten oft nicht mehr kampffähig sind. Bereits ein Streifschuss kann bei ihnen eine tödliche Infektion auslösen.

    Hätten die Alliierten den Zweiten Weltkrieg auch gewonnen, wenn das Penicillin nicht erfunden worden wäre? Wir wissen es nicht. Wer weiß, wie die Geschichte verlaufen wäre, hätte Fleming seine Petrischale nicht liegen lassen oder hätte er damals keinen Urlaub gehabt …

    Beispiel Arabischer Frühling

    Im Jahr 2010 ist die Bevölkerung von Tunesien bettelarm, während der Regierungschef Zine el-Abidine Ben Ali sein Land plündert und jährlich 10 Milliarden Euro in seine privaten Konten umleitet. Seine „Untertanen“ kontrolliert er mit einem Polizeistaat, damit keiner aufmuckt.

    Doch in der tunesischen Kleinstadt Sidi Bouzid beginnt etwas, das die ganze Welt bewegen wird.

    Der 26-jährige Mohamed Bouazizi muss mit seinem Einkommen fünf Geschwister, seine Mutter, einen Onkel und sich selbst ernähren. Dies tut er mit einem kleinen Gemüsestand auf dem Basar von Sidi Bouzid.

    Plötzlich steht die Inspektorin Faida Hamdy an seinem Gemüsestand. Zu ihrem Aufgabengebiet gehört unter anderem die Suche nach illegalen Händlern. Hamdy will die Lizenz von Bouazizi sehen. Eine solche Lizenz und die damit verbundenen Abgaben an den Polizeistaat kann sich Bouazizi aber nicht leisten. Als er die Lizenz nicht vorweisen kann, büßt Hamdy ihn mit umgerechnet sechs Euro, beschlagnahmt die Ware und schließt den Verkaufsstand. Auch die Gemüsewaage – Bouazizis wertvollsten Besitz – nimmt sie mit.

    Der Gemüsehändler Mohamed Bouazizi ist verzweifelt und läuft kurz darauf zur Stadtverwaltung, um seine Waage zurückzuverlangen. Doch die Behörden lassen nicht mit sich reden.

    In seiner Verzweiflung übergießt sich Bouazizi von Kopf bis Fuß mit Farbverdünner und zündet sich an. Herbeieilende Menschen können ihm nicht mehr helfen und er stirbt.

    Am Abend versammelt sich eine Handvoll Menschen vor der Stadtverwaltung und protestiert gegen den Polizeistaat. Sie lassen sich auch nicht von der Polizei abschrecken, die hart eingreift. Von Tag zu Tag protestieren mehr Menschen im ganzen Land. Die über Jahrzehnte aufgestaute Wut und Verzweiflung entlädt sich.

    Zehn Tage später verlässt Regierungschef Zine el-Abidine Ben Ali das Land und flieht nach Saudi-Arabien. Die Proteste weiten sich auf 17 andere Länder auf dem afrikanischen Kontinent und im arabischen Raum aus. In Libyen wird Diktator Muammar al-Gaddafi gelyncht. In Ägypten jagt die Bevölkerung Husni Mubarak aus dem Land. In Syrien beginnt ein brutaler Bürgerkrieg.

    Und alles begann mit einem kleinen Flügelschlag, einer fehlenden Händlerlizenz in der tunesischen Kleinstadt Sidi Bouzid.

    Der Schmetterlingseffekt in der Literatur

    In der Literatur finden wir zahlreiche Zitate, die das Gleiche aussagen wie die Theorie des Schmetterlingseffektes.

    „Sehr geringe Unterschiede begründen manchmal sehr große Verschiedenheiten.“

    Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

    „Die größten Dinge in der Welt werden durch andere zuwege gebracht, die wir nicht achten, kleine Ursachen, die wir übersehen, und die sich endlich häufen.“

    Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

    „Man wird sich wundern, dass dieser kleine Zufall für alle Ewigkeit über sein Schicksal entscheiden sollte. Die Ursache ist winzig, der Effekt gewaltig; sie ist unendlich klein, er unendlich groß; sie ist zufallsbedingt, er notwendig.“

    Michel Serres (1930-2019)

    „Denn bezüglich des letzten Teiles einer solchen Vermutung muss man bedenken, dass die kleinste Abweichung in den Grundtatsachen dieser beiden Fälle zu den schlimmsten Irrtümern in der Berechnung Anlass geben könnte, indem sie die Ströme der Ereignisse von vornherein in abweichende Richtung bringt – wie denn auch in der Arithmetik ein an sich geringfügiger Irrtum durch die verschiedenen Multiplikationen zuletzt zu einem Resultat führen kann, das von dem wirklichen Ereignis erstaunlich weit entfernt ist.“

    Edgar Allan Poe (1809-1849)

    Was der Schmetterlingseffekt für Dein Leben bedeutet

    Wenn winzige Veränderungen am Anfang einer Ereigniskette zu enormen Auswirkungen führen können, bedeutet dies, dass Du die Chance hast, den Verlauf Deines gesamten Lebens zu ändern – jeden einzelnen Tag. Du erlebst diese Veränderungen vielleicht nicht sofort, aber sie sind möglich.

    Meistens hat eine einzige Handlung keinen großen Einfluss auf Dein Leben, aber wenn Du immer wieder die richtigen Dinge tust, wirst Du eines Tages erleben, wie Dein Leben auf magische Weise geprägt wird. Etwas, das Du tust, wird positive Wellen erzeugen, ähnlich einem Kieselstein, der in einen Teich fällt. Diese Wellen werden sich ausbreiten und etwas auslösen, das Dein Leben verändert.

    Milliarden von zufälligen Ereignissen und Entscheidungen haben letztlich dazu geführt, dass Du geboren wurdest, der Mensch bist, der Du jetzt bist, und das Leben lebst, das Du lebst.

    Du bist vielleicht nicht in der Lage, jeden Aspekt Deines Lebens zu kontrollieren und zu gestalten, aber die Wahrheit ist, dass selbst Deine kleinsten Entscheidungen die Zukunft enorm verändern können.

    Unterschätze nicht die kleinen Entscheidungen, die Du jeden Tag triffst:

    • Wenn Du morgen einen anderen Weg zur Arbeit nimmst, triffst Du vielleicht Deinen Traummann oder Deine Traumfrau.
    • Ein anderes Outfit zu wählen, könnte zu einem unerwarteten Gespräch führen, welches zu einer großen Chance führt.
    • Wenn Du ein Video oder einen Blogbeitrag online stellst, kann das zu einer ganz neuen Karriere und zu Möglichkeiten führen, von denen Du nicht einmal geträumt hast.
    • Wenn Du heute in das richtige Unternehmen investierst, kannst Du in zwanzig Jahren finanziell ausgesorgt haben.

    Schlusswort

    Mir gefällt die Aussage, die Edward N. Lorenz zu Beginn seines Vortrages machte: „Wenn der Flügelschlag eines Schmetterlings einen Tornado auslösen kann, so kann er auch den Effekt haben, ihn zu verhindern.“

    Denke immer daran, dass jede noch so kleine Entscheidung in Deinem Leben gewaltige positive Auswirkungen haben kann.


    Dieser Artikel von Andreas Hobi ist lizenziert unter CC BY-SA 4.0


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